Archiv für Juli, 2009

Firefox 3.5 für Ubuntu Jaunty

In der aktuellen Ubuntu-Version 9.04 (Jaunty Jackalope) ist der Firefox 3.0 installiert und wird auch bis zum Ende nur mit Sicherheitsupdates versorgt werden. Wer dennoch in den Genuss des neuen 3.5er Fuchses kommen will, muss ein wenig arbeiten:

Paketquellen

Zunächst muss eine Fremdquelle hinzugefügt werden: ubuntu-mozilla-security von launchpad.net. Die Verwalter dieser Liste sorgen dafür, dass Updates und neue Versionen von Mozilla-Produkten schneller verfügbar sind als es über die Orginalquellen geschieht. Dafür muss man natürlich etwas mehr das Risiko eingehen, dass eventuell das System wegen fehlender Abstimmung mit anderen Programmen Schaden nimmt – meiner Meinung nach ist es aber verschwindend gering, da es nicht irgendwelche dahergelaufenen Gestalten machen und Firefox eh installiert ist.
Wer das trotzdem nicht will kann auch einfach bei den Orginalquellen bleiben, dort gibt es ebenfalls das firefox-3.5-Paket, das wir weiter unten installieren werden – momentan aber noch nur als Beta.

Für die neuen Paketquellen müssen folgende Zeilen

deb http://ppa.launchpad.net/ubuntu-mozilla-security/ppa/ubuntu jaunty main
deb-src http://ppa.launchpad.net/ubuntu-mozilla-security/ppa/ubuntu jaunty main

zur Paketverwaltung hinzufügen, wie das geht, steht im Wiki von ubuntuusers. Damit es keine Fehlermeldung wegen fehlender Signierung der Pakete gibt, noch mit dem folgenden Befehlen den Signierungsschlüssel in die Paketverwaltung importieren und diese aktualisieren:

sudo apt-key adv --recv-keys --keyserver keyserver.ubuntu.com 7EBC211F
sudo aptitude update

Firefox installieren

Nun kann es an die Installation gehen. Mit sudo aptitude install firefox-3.5 wird die neue Firefox-Version installiert. Die alte bleibt parallel weiter installiert und ist mit firefox-3.0 weiter aufrufbar. Damit auch alle Anwendungen, die versuchen mit firefox auf eben diesen zuzugreifen auch den neuen erwischen, muss der Link auf die richtige Version gesetzt werden. Mit diesem Befehl wird das gemacht:
sudo ln -sf /usr/bin/firefox-3.5 /usr/bin/firefox

Jetzt sollte alles funktionieren und auch die neue Version sollte auf das gleiche Profil zurück greifen, so dass eigentlich nichts weiter umgestellt werden muss.
Viel Spaß damit!

Update 19.07.: Aus den Kommentaren der Link zum Deutschen Sprachpaket. Einfach anklicken, installieren und neustarten:
Sprachpaket von mozilla.org
Danke Schiwi

Prototypen

Gestern kam mir eine gute Idee, womit ich dieses Blog endlich nochmal füllen könnte. Ich habe sogar noch Wordpress auf die aktuelle Version gebracht, nur dachte ich mir dann, es ist vielleicht besser, das morgen weiter zu machen und schlafen zu gehen. Und wie das natürlich so ist, hab ich es wieder vergessen. Erzähl ich eben etwas anderes.

Disclaimer: Bevor hier der falsche Eindruck entsteht: Ich habe selber bereits an einer Runde DSA teilgenommen und finde das Spielkonzept sehr faszinierend.1

Ich saß also letztens im Meisenfrei in Aachen und habe dort eine größere Kleinigkeit gegessen.2 Mir gegenüber saß eine Gruppe Rollenspieler, wie sich aus den Gesprächsfetzen eindeutig schließen ließ. Primär Rollenspieler, immerhin haben sie sich während meiner zwei Stunden Aufenthalt nur über Rollenspiele und das Drumherum unterhalten.

Es war also eine Gruppe von acht Personen. Acht Personen, die mehr dem Klischee eines Rollenspielers entsprechen als der LKW-Fahrer, der letztens seinen Bauarbeiterkollegen “Kalle” mit einer unglaublichen Klischeehaftigkeit und in tiefstem Öscher Sprech zu sich rief. Die Hälfte der Männer hatten lange, dunkelblonde Haare und einen langen Bart. Einer war in etwa das, was man sich unter einem leicht dicklichen, Brille tragenden Informatiker vorstellt. Die T-Shirt-Kollektion war größtenteils schwarz mit Manowar- oder Immortal-Aufdrucken — und natürlich das karierte, blass-rote Hemd des Informatikers.3
Die Gespräche drehten sich jedenfalls um die Orks von Aventurien, die in der neuen Version von DSA deutlich mehr Stärkeboni bekommen haben. Oder die Diskussionen auf der letzten Messe, wo doch dieser Vollhonk meinte, dass die Chaostruppen bei Warhammer die Besten seien.4 Dazu gab es unterstreichende Gestik und eine Mimik, die die Ernsthaftigkeit der diskutierten Sache unterstrich.

Was mich aber richtig aus der Bahn geworfen hat war die Frau unter den sieben Männern. Während die Männer ziemlich bei Ihrer Sache waren und überzeugend Klischees bestätigten passte das Mädel da so gar nicht rein: Nicht zu dick/dünn, nicht zu blass/braun, ein nettes Gesicht und schöne Augen. Vielleicht studiert sie Medizin oder eine Geisteswissenschaft, auf jeden Fall aber wirkte sie in diesem Kreis irgendwie nicht so recht passend. Ab und zu brachte sie sich in Gespräche ein oder hörte zumindest sehr interessiert zu.5
Dieser Bruch war es, mit dem ich irgendwie nicht so richtig zurecht kam. Ständig musste ich die Szenerie beobachten und war immer wieder aufs Neue fasziniert von der Art der geführten Unterhaltung.

Und dann fing ich mich an zu fragen: Sind wir auf der pl0gbar6 eigentlich auch so? Größtenteils Männer, ein paar Frauen und alle kennen sich über dieses Internetdingens.
Nee! Vielleicht ein bisschen, aber dazu ist der Haufen zu bunt gemischt.

  1. Nur hat es sich leider nur dieses eine Mal ergeben, dass sich eine Gruppe gefunden hat. Ich scheine für sowas das falsche zu studieren oder so ;) []
  2. Es war übrigens sehr sehr lecker, aber darum geht’s hier nicht. []
  3. keine Ahnung, ob er wirklich Informatik studiert, es würde aber perfekt ins Klischee passen []
  4. Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich die Fetzen, die ich mitbekommen habe, hier wild zusammengewürfelt habe. Aber über Orks, DSA, Chaostruppen von Warhammer und einen Vollhonk auf einer Messe haben sie sich tatsächlich unterhalten. []
  5. Beziehungsweise sie tat sehr interessiert — weiß man bei Frauen ja nie so genau *fg* []
  6. pl0gbars sind zwanglose Treffen von Leuten, die irgendwie Internetinteressiert sind und sich meistens über Twitter kennen. []





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