Prototypen

Gestern kam mir eine gute Idee, womit ich dieses Blog endlich nochmal füllen könnte. Ich habe sogar noch WordPress auf die aktuelle Version gebracht, nur dachte ich mir dann, es ist vielleicht besser, das morgen weiter zu machen und schlafen zu gehen. Und wie das natürlich so ist, hab ich es wieder vergessen. Erzähl ich eben etwas anderes.

Disclaimer: Bevor hier der falsche Eindruck entsteht: Ich habe selber bereits an einer Runde DSA teilgenommen und finde das Spielkonzept sehr faszinierend.1

Ich saß also letztens im Meisenfrei in Aachen und habe dort eine größere Kleinigkeit gegessen.2 Mir gegenüber saß eine Gruppe Rollenspieler, wie sich aus den Gesprächsfetzen eindeutig schließen ließ. Primär Rollenspieler, immerhin haben sie sich während meiner zwei Stunden Aufenthalt nur über Rollenspiele und das Drumherum unterhalten.

Es war also eine Gruppe von acht Personen. Acht Personen, die mehr dem Klischee eines Rollenspielers entsprechen als der LKW-Fahrer, der letztens seinen Bauarbeiterkollegen „Kalle“ mit einer unglaublichen Klischeehaftigkeit und in tiefstem Öscher Sprech zu sich rief. Die Hälfte der Männer hatten lange, dunkelblonde Haare und einen langen Bart. Einer war in etwa das, was man sich unter einem leicht dicklichen, Brille tragenden Informatiker vorstellt. Die T-Shirt-Kollektion war größtenteils schwarz mit Manowar- oder Immortal-Aufdrucken — und natürlich das karierte, blass-rote Hemd des Informatikers.3
Die Gespräche drehten sich jedenfalls um die Orks von Aventurien, die in der neuen Version von DSA deutlich mehr Stärkeboni bekommen haben. Oder die Diskussionen auf der letzten Messe, wo doch dieser Vollhonk meinte, dass die Chaostruppen bei Warhammer die Besten seien.4 Dazu gab es unterstreichende Gestik und eine Mimik, die die Ernsthaftigkeit der diskutierten Sache unterstrich.

Was mich aber richtig aus der Bahn geworfen hat war die Frau unter den sieben Männern. Während die Männer ziemlich bei Ihrer Sache waren und überzeugend Klischees bestätigten passte das Mädel da so gar nicht rein: Nicht zu dick/dünn, nicht zu blass/braun, ein nettes Gesicht und schöne Augen. Vielleicht studiert sie Medizin oder eine Geisteswissenschaft, auf jeden Fall aber wirkte sie in diesem Kreis irgendwie nicht so recht passend. Ab und zu brachte sie sich in Gespräche ein oder hörte zumindest sehr interessiert zu.5
Dieser Bruch war es, mit dem ich irgendwie nicht so richtig zurecht kam. Ständig musste ich die Szenerie beobachten und war immer wieder aufs Neue fasziniert von der Art der geführten Unterhaltung.

Und dann fing ich mich an zu fragen: Sind wir auf der pl0gbar6 eigentlich auch so? Größtenteils Männer, ein paar Frauen und alle kennen sich über dieses Internetdingens.
Nee! Vielleicht ein bisschen, aber dazu ist der Haufen zu bunt gemischt.

  1. Nur hat es sich leider nur dieses eine Mal ergeben, dass sich eine Gruppe gefunden hat. Ich scheine für sowas das falsche zu studieren oder so 😉 []
  2. Es war übrigens sehr sehr lecker, aber darum geht’s hier nicht. []
  3. keine Ahnung, ob er wirklich Informatik studiert, es würde aber perfekt ins Klischee passen []
  4. Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich die Fetzen, die ich mitbekommen habe, hier wild zusammengewürfelt habe. Aber über Orks, DSA, Chaostruppen von Warhammer und einen Vollhonk auf einer Messe haben sie sich tatsächlich unterhalten. []
  5. Beziehungsweise sie tat sehr interessiert — weiß man bei Frauen ja nie so genau *fg* []
  6. pl0gbars sind zwanglose Treffen von Leuten, die irgendwie Internetinteressiert sind und sich meistens über Twitter kennen. []