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Ich auf Achse #1

Liebe Leser, im Anschluss folgt nun eine Reihe von André Goerres, in der es um eine abenteuerliche Reise auf dem Motorrad, kollidierende Schwarze Löcher und rockige Festivalerlebnisse geht. Wir wünschen Ihnen viel Spaß dabei.

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Es fing mit dem kühnen Gedanken an, zum SouthSide mit dem Motorrad anzureisen. Endlich eine Gelegenheit, mal etwas weiter als nur bis in die Eifel zu fahren. Dann gesellte sich bald die Gelegenheit dazu, _DAS_ Forschungszentrum auf der Welt für Teilchenphysik, dem CERN, einen Besuch im Rahmen meiner Arbeit bei der RWTH ab zu statten. Doch würde diese Reise nicht zu viel des Guten sein?

vollgepacktes Motorrad Egal, man wächst mit seinen Aufgaben! Also einfach mal Sachen packen, sich selbst den Helm auf und das Gepäck aufs Gefährt schnallen und schon kanns losgehen. Immer der Nase nach dem Navi nach in Richtung Tübingen, zu meinem ersten Zwischenstopp. Der Mayr war so freundlich, mich für eine Nacht bei ihm aufzunehmen.
War die erste Etappe noch recht unspektakulär (einzig zwei richtig dicke Staus, die durch den Rückreiseverkehr vom Rock am Ring bedingt waren und mich ziemlich ankotzten, sind hier zu erwähnen), so wurde die zweite umso besser. Es ging durch enge Schluchten in den Voralpen, weite Landstraßen in Frankreich und schließlich über einen herrlichen Pass, der über das Jura führte1. Auch einsetzender, kräftiger Regen konnte die frohlockende Bikerstimmung in mir nicht trüben.

CERN Visitor-ID Meine Ankunft im CERN gestaltete sich schließlich eher chaotisch. Knappe Zeit drängten mich, das Hotel schnellstmöglich zu beziehen, sonst hätte ich mich spontan unter den Teilchenbeschleuniger legen müssen. Dummerweise durfte ich ohne Erlaublis nicht auf das Gelände und die Kollegen – alles alte Hasen, die sich auskennen – waren natürlich noch unterwegs. Also erstmal irgendwie irgendwo einen Ausweis besorgen. Eingerostete aktive englische Sprachkenntnisse taten da ihr übriges: Stress!

Entspannen im CERN Mit vorläufigem Visum Besucherausweis, ohne Internet und Bekannte in Reichweite aber einem Hotelzimmer genoß ich erstmal die Dusche und ein bequemes Bett um schmerzende Schultern und geschundenes Gesäß auszuruhen. Natürlich nicht ohne Serie/Film, die Zeit bis zur Ankunft der Kollegen musste ja irgendwie überbrückt werden.

Und wie der André es geschafft hat, doch noch die Kollegen zu finden, Zugang zum Internet zu bekommen und Tauben mit dem Teilchenstrahl zu beschießen, erfahrt ihr nach der nächsten Maus.

Bilder aus meinem Picasa-Album, aber vorsicht, mögliche Spoiler.

Die anderen Teile:
Teil 1 | Teil 2 | Teil 3 | Teil 4

  1. wenn ich in den nächsten Tagen mal ein wenig Zeit zum Motorradfahren habe, werde ich von der gefühlt 20 km langen Abfahrt nach Genf mal ein paar Bilder machen []

intelligente Ampel

Letztens in der Eifel gewesen und auch zwischendurch mal nach Hause gefahren. So geschah es, dass ich Nachts um viertel vor 12 an einer Ampel in der Eifel stand (Ort war Kesternich, also zwischen Lammersdorf und Rursee). Die Ampeln, derer es an der Kreuzung zwei direkt hintereinander gab, zeigten natürlich rot, sonst hätte ich ja nicht angehalten.

Nach ca. 2 Minuten (gefühlten 5) Wartens habe ich mich gefragt, was hier nicht stimmt. Das Motorrad stand definitiv über (bzw. schon nach) der Induktionsschleife, also dachte ich mir, ist diese sicherlich ausgelöst worden, wenn sie denn überhaupt dafür zuständig war, die Ampel zum ergrünen zu bringen. Also bin über die Erste bei rot zur 10 m weiter vorne gelegenen “Hauptampel” gefahren um mir besseren Überblick zu verschaffen. Irgendwann fiel mir auf, dass die Fußgängerampeln allesamt rot zeigten – über einen längeren Zeitraum. Vorsichtiges Vortasten in Richtung Kreuzungsmitte ergab eine erweiterte Lageeinschätzung: Alle Ampeln dieser Kreuzung zeigten rot.

Meine Schlussfolgerung: Diese Kreuzung wurde von einer sog. intelligenten Ampel betrieben, die in dem nächtlichen Teil des Tages permanent auf rot steht (wahrscheinlich zur Verkehrsberuhigung) und beim Erreichen der Ampel, genauer gesagt beim Erreichen der Induktionsschleife, auf Durchzug stellt. Dummerweise hatte irgend so ein Horst vergessen zu beachten, dass ein Motorrad wesentlich weniger metallische Masse mit sich bringt, um die Schwelle der Induktionsschleife zu knacken.

Ich hätte also als Motorradfahrer an der Ampel warten müssen, bis entweder ein Autofahrer genädig genug ist, mir die Ampel umzuschalten oder der Tag graut und die Ampelschaltung in den Normalbetrieb übergeht. Pffff! Da fahr ich doch lieber über rot.

Krekel

Motorrad, bepackt

Die Sachen sind gepackt, das Gefährt aufgetankt (… nicht) und das nicht vorhandene Geld sicher verstaut – auf gehts auf eine Reise. Wenn auch nur ins 61 km entfernte Krekel1 und nur für 5 Tage.

Dort wartet eine Meute Kinder darauf, von Saskia und mir mit Futter in dem dortigen Pfadfinderhaus verpflegt zu werden. Gibt nett Geld dafür und ich habe kein Internet, was bedeutet, dass ich endlich mal zum Lernen kommen werde.

Bis Freitag also.

  1. kurz vor Blankenheim, von Aachen aus gesehen []